Besuch des Bundespräsidenten
Bundespräsident Horst Köhler zu Besuch im Rauhen Haus

Der Bundespräsident Horst Köhler im Gespräch mit Studierenden der Ev. Hochschule Hamburg im Oktober 2008 (Bild epd)
Ende Oktober 2008 besuchten der Bundespräsident und seine Frau das Rauhe Haus. Anlass war das Wichern-Jahr zum 200. Geburtstag des Diakonie-Begründers und das 175-jährige Jubiläum des Rauhen Hauses.
Zwei Fragen standen am Anfang: Was kann der Bundes-präsident sehen, was für ihn neu ist? Und: Was soll er mitnehmen? Zur Vermittlung dieser Fragen fiel die Wahl auf die Ev. Hochschule, die damit stellvertretend für den Inhalt des Rauhen Hauses stand. „Der Beitrag der sozialen und diakonischen Arbeit zur Entwicklung des Gemeinwohls“, so lautete das Thema der Diskussionsrunde.
Die Studierenden Ina Koriath, Sören Rodemann, Bastian Ahrens, Anne Küster-Lesem und Sharon Kluth hatten sich intensiv auf das Gespräch vorbereitet und diskutierten unter der Moderation von Michael Lindenberg eine Stunde vor 170 Menschen aus dem Rauhen Haus. Sie sprachen von ihrer Motivation und ihren Zielen in der Sozialen Arbeit und Diakonie. Sie sparten nicht mit Kritik an Strukturen, die die Armen immer ärmer machten und junge Menschen von Bildung ausschlössen. Einen Höhepunkt erreichte die Diskussion, als Köhler von „Fördern und Fordern“ sprach, was kühle Stille auslöste. Einig waren sich jedoch alle, dass das Studium an der Hochschule nicht dazu führen soll, für die Menschen etwas zu tun, sondern mit ihnen. Köhler nahm daraus den Grundsatz der Hochschule zur Achtung des Gegenübers mit und konnte anschließen: Er, Horst Köhler, ärgere sich immer, wenn aus seiner Partnerschaft mit Afrika eine Partnerschaft für Afrika gemacht werde.
Am Rande der Veranstaltung hatten einige Studierende ein Banner an der Hochschule befestigt: „Grenzenlose Solidarität statt beschränktem Nationalismus“. Sie spielten damit auf Köhlers frühere Tätigkeit beim Internationalen Währungsfonds an.
Uwe Mann van Velzen


