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Brüder- und Schwesternschaft. Ein Leben für die Diakonie.

Die Brüder- und Schwesternschaft geht auf die Gründungsjahre der Stiftung zurück und ist die geistliche Gemeinschaft des Rauhen Hauses. Aus der Zielsetzung, sowohl Kindern und Jugendlichen des Rauhen Hauses als auch untereinander wie ein „Bruder“ zu sein, ergab sich der Name „Brüderschaft". Johann Hinrich Wichern verstand die Brüderschaft des Rauhen Hauses als eine Glaubens-, Lebens- und Dienstgemeinschaft von christlichen Männern. 1970 traten erstmals Frauen ein, die „Brüder- und Schwesternschaft“ entstand.

Heute gehören der Brüder- und Schwesternschaft mehr als 620 Diakoninnen und Diakone an, die ihre Ausbildung an der Ev. Hochschule absolviert haben und in das lebenslange Diakonenamt eingesegnet sind. Sie arbeiten in allen Feldern diakonischer und sozialer Arbeit, im kirchlichen Dienst, in Diakonischen Werken und Einrichtungen der Wohlfahrtspflege. Die regionalen Konvikte sind Ort für Gespräch, Feiern und Gottesdienste. Hier werden fachliche, theologische und diakonische Themen erörtert. Es bestehen auch themenspezifische Konvente. Alle zwei Jahre versammeln sich die Mitglieder der Gemeinschaft zum Brüder- und Schwesterntag im Rauhen Haus.


Das Leitbild der Brüder- und Schwesternschaft:

Wir sind eine Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern in der Nachfolge Jesu Christi.

Wir glauben an die Liebe Gottes zu allen Menschen, die uns zu diakonischem Handeln motiviert.

Wir wollen Himmel und Erde, Glaube und Liebe, Wort und Tat verbinden.

43. Brüder- und Schwesterntag. Alles, was R(r)echt ist.

Gerechtigkeit wird im Glauben als Geschenk empfangen, in der Politik gefordert und im Alltag angestrebt. Dabei sind die Vorstellungen, was denn Gerechtigkeit ist, sehr unterschiedlich. Mehr Einigung gibt es in der Gegenposition, bei der Ungerechtigkeit. Wo sie erlebt wird, wachsen emotionale, diakonische, juristische und auch revolutionäre Kräfte.

Alles, was R(r)echt ist heißt das Thema des 43. Brüder- und Schwesterntags vom 11. bis 14. September, in dem es um diakonisches Handeln und soziale Gerechtigkeit geht. Den Hauptvortrag hält die Die Sozialwissenschaftlerin und Theologin Dr. Claudia Schulz, Professorin für Diakoniewissenschaft und Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg.

 
Das denkende Herz: Etty Hillesum
 

Im Jahr 1914 erblickt Esther Hillesum in Middelburg in den Niederlanden das Licht der Welt als Kind einer jüdischen Familie. Sie wird kaum religiös erzogen und gehört keiner Synagoge oder Kirche an. Nach ihrem juristischen Examen studiert sie slawische Sprachen und Psychologie. Von 1941 an hat sie Tagebuch geschrieben. Zum gleichen Zeitpunkt beginnt die Verdrängung der Juden aus dem öffentlichen Leben. Etty weigert sich zu fliehen. Im August 1942 wird sie im Lager Westerbork interniert. Ihre Tagebücher reichen bis Oktober 1942 und aus dem Lager sind einige ihrer Briefe erhalten. Inmitten der Bedrängnis lebt Etty ihre Liebe zum Leben. Es gelingt ihr, durch die innere Zwiesprache des Gebets inmitten des Terrors die Ruhe in sich und in Gott zu finden. Im September 1943 wird Etty nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Erst fast 40 Jahre nach dem Entstehen der Tagebücher wurden sie in einer Auswahl veröffentlicht.

Perspektiven für diakonische Berufe. Fachtag in Ludwigslust.

Ein Studium der Religionspädagogik führt heute nicht mehr zwangsläufig zu einer Tätigkeit in Kirche und Diakonie. Darauf müssen beide Institutionen reagieren und interessanter, offener und verlässlicher für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden.  Wie Perspektiven der gemeindepädagogischen und diakonischen Berufe heute für die Arbeit von morgen aussehen können, darüber referierte Prof. Dr. Hildrun Keßler von der Ev. Hochschule Berlin beim Fach‐ und Begegnungstag im diakonischen und gemeindepädagogischen Handlungsfeld der Ev.‐Luth. Kirche in Norddeutschland im Oktober 2012 in Ludwigslust.

Kirchliches Arbeitsrecht solidarisch ausgestalten. Ein Beschluss.

Am 15. September 2012 hat die Mitgliederversammlung der Brüder- und Schwesternschaft des Rauhen Hauses eine Stellungnahme zur solidarischen Ausgestaltung des kirchlichen Arbeitsrechtes beschlossen. Sie geht der Frage nach, wie diakonisches Handeln  mit ökonomischen Anforderungen zu vereinbaren ist. Im Fokus stehen dabei prekäre Arbeitsverhältnisse und ihre Folgen.

Vier sind jetzt tausend. In der Nordkirche.

Vier Diakonatsgemeinschaften haben sich in der 2012 neu gegründeten Nordkirche zu einer starken Kooperation zusammengeschlossen. Rund 1000 Männer und Frauen sind in ihnen verbunden: die Brüder- und Schwesternschaft des Rauhen Hauses, die Diakonische Gemeinschaft Rickling, die Schleswig-Holsteinische Diakonatsgemeinschaft e.V. und der Zülchower-Züssower Diakonen- und Diakoninnengemeinschaft. Neben der Seelsorge, den Gottesdiensten und der Musik gehört es zu ihrem Auftrag, das Evangelium in Wort und Tat zu bezeugen. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland entstand aus der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.

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