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„Comeback – Neustart für Schüler“
30.05.06 -
Modellprojekt im Rauhen Haus wurde der Öffentlichkeit präsentiert
„Comeback“ arbeitet seit dem 1. August 2005 und wird gemeinsam von der Wichern-Schule und der Kinder- und Jugendhilfe des Rauhen Haus angeboten. Zwölf Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren werden gemeinsam von Lehrern und Sozialpädagogen beschult und betreut. Acht von ihnen leben in einer Wohngruppe zusammen, vier leben bei ihren Eltern.
Ziel ist es, die jungen Menschen, die allesamt völlig aus dem Schulsystem heraus gefallen sind, in 18 Monaten wieder in eine allgemeinbildende Schule zu integrieren, die ihren Fähigkeiten entspricht und sie dort zu einem Abschluss zu führen. „Comeback“ wird gemeinsam von der Behörde für Bildung und Sport (BBS) und der Behörde für Soziales und Familie (BSF) finanziert und getragen. Es arbeitet eng mit ReBUS (regionale Beratung und Unterstützung für Schulen) in Billstedt zusammen.
Auf der Tagung stellte die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Birgit Herz von der Universität Hamburg, die das Schulprojekt wissenschaftlich begleitet, fest, dass der Schulbesuch mit über 83 % Anwesenheit überaus gut sei. „Für die Jugendlichen ist es wichtig, dass sie sich von den Pädagogen angenommen fühlen, sozial integriert sind und ein Konzept für ihr zukünftiges Leben entwickeln.“ Weitere Erfolge sind sichtbar. So befinden sich zwei Jugendliche bereits in den Vorbereitungen für ihren Hauptschulabschluss, andere besuchen stundenweise normale Klassen in der Wichern-Schule.
Leitende Vertreter der beiden Behörden wiesen auf die herausragende Bedeutung der Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe hin. In den vergangenen Jahren sei in Hamburg viel geschehen, mit „Comeback“ würde deutlich, dass diese Zusammenarbeit noch regelhafter geschehen müsste.
Der Bildungsforscher Hermann Rademacker, langjährig am renommierten Deutschen Jugendinstitut mit dem Thema Schulverweigerung beschäftigt, stellte fest: „Comeback kann Modell für die Übertragung auf weitere Standorte in der Hansestadt sein.“ In seinem Hauptreferat stellte er den Zusammenhang mit Schuluntersuchungen (u.a. PISA) her. „Wir müssen in Deutschland die tragische Trennung von Erziehung und Bildung feststellen, in anderen Ländern ist die Zusammenarbeit von Schulen und Jugendhilfe seit Jahrzehnten selbstverständlich.“
Vor 120 Fachleuten aus Politik und Behörden, Schulen und Sozialarbeit wurden heute erste Erfahrungen aus dem Modellprojekt „Comeback – Neustart für Schüler“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Es handelt sich um einen wissenschaftlich begleiteten Versuch, Jugendliche, die zuvor umfänglich und anhaltend den Schulbesuch verweigerten, wieder in Schulen zu integrieren
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