Erfolgreiches Jahr für das Mobilitätstraining der TmA
Das Rauhe Haus bietet Menschen mit Behinderung ein Training an, bei dem sie lernen, selbstständig die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Eine Zwischenbilanz.
Um das zu ändern, bietet Das Rauhe Haus das Mobilitätstraining an. Es wurde von Fachkräften des Stiftungsbereichs Teilhabe mit Assistenz (TmA) entwickelt, um Menschen mit kognitiver Behinderung Fähigkeiten an die Hand zu geben, eigenständig mit Bus und Bahn unterwegs zu sein. Es handelt sich um ein individuelles Fahrtraining mit eine*r ausgebildeten Trainer*in. Das Ziel ist das Erlernen einer vorher ausgewählten Strecke mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Projekt ist bisher einzigartig in Hamburg. Das Besondere: Nicht nur Klient*innen des Rauhen Hauses können teilnehmen, sondern auch Klient*innen, die Angebote anderer Träger. So nutzen zum Beispiel Klient*innen von der Ev. Stiftung Alsterdorf, Leben mit Behinderung, Sozialkontor, Anscharhöhe sowie Arche Nova das Mobilitätstraing.
Im April 2024 ging das Projekt an den Start. Und es findet Anklang: „2025 war das Mobilitätstraining sehr erfolgreich. Es haben insgesamt 18 Personen teilgenommen und 14 Personen die Prüfung bestanden. Unser vereinbartes Ziel liegt bei zehn Teilnehmenden, daher haben wir definitiv unser Ziel erreicht“, so Pia Scharnweber, Projektkoordinatorin und Teamleitung Freizeit & Kultur der TmA. Im Durchschnitt benötigen die Teilnehmenden sechs Trainingseinheiten bis zur Prüfung. Durchgeführt wurden die Einheiten von sechs Trainer*innen, die dafür speziell vom Rauhen Haus ausgebildet werden.
Selbstständig von A nach B mit dem Mobilitätstraining
Menschen mit einer Behinderung leben und arbeiten häufig in Stadtteilen, die sie nicht selbst wählen. Sie leben entfernt von Menschen, die ihnen nahestehen. Da sie oftmals nicht selbstständig von A nach B kommen können, ist ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erheblich eingeschränkt - und genau da setzt das Mobilitätstraining an.
Menschen, die eine bestimmte Strecke erlernen möchten, etwa, um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen oder Angehörige zu besuchen, werden diese nach Abschluss des gezielten Trainings gut beherrschen. Voraussetzung dafür ist es, dass die Personen verkehrssicher sind und Verkehrsregeln kennen. Außerdem muss die Fähigkeit bestehen, sich eine Strecke auf lange Sicht zu merken.
„Die Ziele der Teilnehmenden variieren. 2025 wurde vermehrt der Weg zur Arbeit gelernt. Teilweise waren es auch Strecken zu Freizeitmöglichkeiten wie Treffpunkte oder Jugendhäuser“, so Pia Scharnweber. „Viele Angehörige bzw. Betreuer*innen haben uns berichtet, dass die Teilnehmenden nach dem Training nun selbstständig die gelernte Strecke fahren und nicht mehr auf andere Personen angewiesen sind.“
Selbstbewusst in der Großstadt unterwegs
„Wir erhielten ein paar tolle Rückmeldungen, die weit über das Trainingsziel hinausgingen. Es zeigte sich, dass Menschen insgesamt selbstbewusster wurden und sie sich durch den erfolgreichen Abschluss auch im Alltag mehr zutrauten“, so Ulrike Stelljes, Stiftungsbereichsleiterin TmA. „Uns wurde zudem berichtet, dass einige Teilnehmer*innen nun auch weitere Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, nachdem sie bei uns ihre Wunschstrecke gelernt haben.“
Ulrike Stelljes freut sich über den Erfolg des Mobilitätstrainings. „Ich finde das Angebot wirkungsvoll, insbesondere, weil es Menschen befähigt, sich selbstständig und damit selbstbestimmt innerhalb Ihres Sozialraumes zu bewegen, egal, ob es zur Disco geht, zur Arbeit oder zum Bruder in einen entfernten Stadtteil.“
Derzeit ist Winterpause beim Mobilitätstraining. Ab April geht es mit den Trainings weiter.
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