Feuer und Flamme für den Pflegeberuf

Am Azubi-Gottesdienst am 27. August waren auch zwei Schüler der Ev. Berufsschule beteiligt und gaben preis, was sie zu ihrer Berufswahl bewegt hat.

Ein tiefer Orgelton brummt durch den Altarraum des Hamburger Michel. Mit kräftiger Stimme setzt Alicia Kohlhoff neben dem Altar zu „I See Fire“ von Ed Sheeran an. Der Beat des Schlagzeugs der Jugendband St. Michaelis lässt die Herzen schneller schlagen. Der Azubi-Gottesdienst steht unter dem Motto „Feuer und Flamme“. Die Energie des Songs springt über. Über 300 Menschen sitzen im Kirchenschiff, vorne links die Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Berufsschule für Pflege. Unter ihnen sind Waris Rasuli und Diyar Chikho. 

Azubis gestalten Zukunft

Die beiden angehenden Pflegefachmänner hatten gerade einen Fototermin mit der Bischöfin und werden gleich ans Mikrofon treten. Ein Stück dieser Feierstunde ist auch ihr Werk. Gemeinsam mit anderen Auszubildenden haben sie Beiträge vorbereitet, die zeigen, was ihnen in ihrer Arbeit wichtig ist. „Die Entscheidung für den Beruf ist nicht irgendeine“, sagt Staatsrätin Katharina von Fintel gerade, und führt aus: „Damit ist ihnen etwas ganz Entscheidendes gelungen: Sie gestalten Ihre Zukunft.“ Wer aufs große Ganze schaut, sieht, dass die Berufsentscheidungen von heute sogar zur Gesellschaft von morgen beitragen. Wie viel Hilfe es gibt, wie gut es ihr geht.

Etwas Sinnvolles tun

Es ist soweit. Fünf Berufsschüler*innen gehen die Treppe hinauf, um die Worte „Feuer und Flamme“ mit Leben zu füllen. Mit Erfahrungen und Überzeugungen. Diyar Chikho erklärt seine Berufswahl: „Ich möchte jeden Tag etwas Sinnvolles tun.“ Dabei gehe es nicht immer um große pflegerische Maßnahmen. Manchmal brauche ein Patient einfach jemanden, „der zuhört, ein Lächeln schenkt oder Mut macht“. Waris Rasuli fügt hinzu: „Mein Herz brennt dafür, Menschen zu helfen, die Hilfe benötigen. Das erfüllt mich mit Freude.“

Menschliche Wärme in Zeiten der Maschinen

Sichtlich beeindruckt reagiert Bischöfin Kirsten Fehrs auf die Beiträge der Auszubildenden: „Ich bin geflasht, wie klar ihr sagen könnt, was ihr tun wollt!“ Sie spricht auch über die Gefahr des Ausbrennens und die Bedeutung menschlicher Nähe. Gerade in Zeiten von KI würden Menschen mit ihrer Wärme niemals überflüssig, betont sie: „Je mehr Maschinen es gibt, desto kostbarer ist genau diese menschliche Wärme.“ Eine Wärme, die sich auch im Segen ausdrückt, den die Auszubildenden jetzt im Mittelpunkt der Kirche empfangen können. Waris Rasuli und Diyar Chikho - beide Muslime - schauen nur zu. Dieselben Werte wie ihre Mitschüler*innen vertreten sie dennoch. Dijyar Chikho bringt es auf den Punkt: „Wenn wir mit Herz arbeiten, füreinander da sind und den Mut nicht verlieren, können wir viel bewegen.“

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